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Tischtennisplatten von Kettler

Die 1949 als Familienunternehmen gegründete Kettler-Gruppe zählte während Jahrzehnten zu den bekanntesten Unternehmen im Sportbereich – und produzierte hervorragende Tischtennistische, unter anderem die nahezu unverwüstlichen Outdoor-Tischtennisplatten aus Alu-Tec-Verbundwerkstoff.

Nach der finalen Insolvenz der Kettler Freizeit GmbH im Herbst 2019 hat die TRISPORT AG (Schweiz) den Europavertrieb von Kettler-Kraftsportgeräten übernommen. Der Finanzinvestor Lafayette Mittelstand Capital, welcher Kettler Ende 2018 gekauft hatte, startete Anfang 2020 mit der «Kettler Trading GmbH» eine Neulancierung des Kettler-Tischtennis-Programms.

Tischtennisprodukte von Kettler

Die Tischtennis-Produktpalette von Kettler umfasst zwei Serien von Outdoor-Tischtennistischen und eine Indoor-Tischtennisplatten-Linie. Die Tische werden vom deutschen Hersteller Sponeta für Kettler gefertigt und haben alle das internationalen Turniermaß (L x B x H =274 x 152,5 x 76 cm).

Tischtenniszubehör wie Netzgarnituren, Tischtennisschläger und -bälle bietet Kettler aktuell nicht an.

Tischtennisplatten von Kettler

Indoor-Tischtennisplatten von Kettler haben Spanholzplatten. Bei den Outdoor-Tischtennistischen von Kettler kommen heute ausschließlich Melaminharzplatten zum Einsatz. Je nach Modellserie sind die Melaminharzplatten von Kettler-Tischtennistischen zwischen 4 und 10 mm stark. Teilweise sind die fest in einen Profilrahmen verklebten Platten mit einer Beschichtung ausgerüstet, welche die Reflektion von einfallendem Sonnenlicht vermindert und für bessere Ballkontrolle sorgt.

Kindersicherheit von Kettler-Tischtennisplatten

Kettler verzichtet, anders als beispielsweise Cornilleau, auf gummierte Schutzelemente für die Ecken der Tischtennisplatte. Entsprechend besteht für Kinder das Risiko, sich an den Ecken zu stoßen und eventuell zu verletzen.

Die Netze der Kettler-Tischtennisplatten überragen bei den hochwertigeren Modellserien die Platte seitlich um rund 15 cm. Entsprechend besteht die Gefahr, dass sich Kinder an den überstehenden, Netzhalteprofilen stoßen oder beim Rundlauf mit den Armen oder der Kleidung daran hängenbleiben. Bei den günstigeren Versionen schließen die Netze nahezu bündig mit der Platte ab. Das verringert zwar die Verletzungsgefahr, ermöglicht es aber, Bälle sehr schräg zu spielen, was mit einem regulären Netz nicht möglich ist.

Alle Tischtennisplatten von Kettler sind klappbar konstruiert und haben Untergestelle mit vier Doppelrollen. Allerdings sind die Rollen eher klein, nicht bei allen Tischen drehbar und mit Ausnahme der hochwertigsten und teuersten Modelle nicht mit Feststellbremsen ausgerüstet. Entsprechend sind die meisten Tischtennisplatten von Kettler nicht so leicht manövrierbar wie Tischtennistische mit größeren, drehbaren Rädern. Zudem sinken die kleinen Doppelrollen auf weichem Untergrund leichter ein und erschweren es, die Tischtennisplatte über Absätze hinwegzurollen.

Kettler verbaut bei den Einsteiger-Tischtennistischen sehr simple Verriegelungssysteme. Diese rasten beim Zusammenklappen des Tisches in die Abstellposition nicht immer zweifelsfrei ein, was dazu führen kann, dass die senkrecht positionierten Plattenhälften unerwartet wieder herunterfallen und darunter stehende Kinder verletzen können.

Die teureren Mittelklasse-Tischtennisplatten von Kettler sind mit dem Sponeta „SMS“-Verrieglungssystem (Smart Manual System) mit doppelter Verriegelung und Zugstangen ausgerüstet. Dieses System wird über an beiden Stirnseiten der Platte positionierte Griffe betätigt, wobei jeder Griff beide Sicherungen gleichzeitig entriegelt. Das System verriegelt die Platte sowohl in der Abstell- als auch in der Spielstellung, sichert die Platten dabei aber nur in ihrer jeweiligen Endposition. Daher ist es auch bei diesem System ein unbeabsichtigtes Herunterfallen der Plattenhälften während des Auf- oder Zuklappvorgangs nicht ausgeschlossen.

Untergestelle von Kettler-Tischtennistischen

Die Untergestelle von Kettler-Tischtennisplatten sind bei den Tischtennistischen für Einsteiger aus Stahlrohren gefertigt. Die höherwertigen Tischtennisplatten von Kettler haben Vierkantprofil-Gestelle und zudem auch höhenverstellbare Standbeine.

Die Doppelrollen der Tischtennisplatten von Kettler sind je nach Preisklasse aus Hartkunststoff gefertigt oder mit einer Gummierung ausgerüstet. Bremsen an den Rädern haben nur die teuersten Outdoor-Tischtennisplatten von Kettler.

Komfortzubehör von Kettler-Tischtennistischen

Ball- und Schlägerhalter finden sich an allen Kettler-Tischtennisplatten – entweder seitlich am Netz oder an der Seitenstrebe des Untergestells.

Qualität und Garantieleistungen für Kettler-Tischtennisplatten

Kettler gewährt lediglich die gesetzlich vorgeschriebenen 2 Jahre Gewährleistung. Eine 10-Jahres-Garantie auf die Melaminharzplatte wie sie Cornilleau oder auch Sponeta gewähren, gibt es nicht.

Historisches zu Kettler-Tischtennistischen

Die 1949 von Heinz Kettler als Familienunternehmen gegründete, später in eine Holdingstruktur überführte Kettler-Gruppe machte sich nicht nur mit dem «Kettcar» einen Namen, sondern auch mit hochwertigen Alu-Tec-Outdoor-Tischtennistischen. Deren Aluminium-Verbundplatten waren sehr robust und boten dank einer speziellen Beschichtung sehr gute Spieleigenschaften. Allerdings neigen Alu-Verbundplatten eher zu Beulen und Rissbildung als Melaminharzplatten.

Unglückliche familiäre Umstände, insbesondere die tödlichen Autounfälle beider Kinder des Firmengründers, besiegelten den langsamen Abstieg und schließlich das Aus des deutschen Traditionsbetriebs. Während Kettler in den beiden Werken Werl-Sönnern I und II an der Hammer Straße in Werl einst selbst Tischtennisplatten produzierte, kauft die nun für das Tischtennisgeschäft zuständige Kettler Trading GmbH die Tischtennisplatten von Sponeta zu.